Auf den Zahn gefühlt: Mundhygiene & Diabetes zum Tag der Zahngesundheit

Zahnhygiene ist wichtig – vor allem für Diabetiker. Erfahrt mehr über dieses Thema und holt euch einige Tipps für die Beratung eurer Diabetes-Kunden.

„Gesund beginnt im Mund!“ lautet das Motto des Tages. Am 25. September ist Tag der Zahngesundheit. Seit über 20 Jahren macht dieser Tag bundesweit auf Zahnhygiene aufmerksam. Im Fokus stehen die Prävention von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen. Zahlreiche Aktionen von Ärzten und Apotheken, Krankenkassen und anderen Organisationen wollen den Menschen zeigen, wie wichtig Mundhygiene ist.

Milchzähne

2017 läuft die Aktion unter dem Motto „Gemeinsam für starke Milchzähne“. Denn besonders wichtig ist der Tag für Menschen mit anfälligen Zähnen und schwachem Zahnfleisch, wie Kinder und Jugendliche.

Auch Milchzähne wollen gepflegt werden:

  • Die Zähne ab Sichtbarwerden mit einem feuchten Wattestäbchen abreiben
  • Kleinkinder früh an das Thema Zahngesundheit heranführen
  • Das Putzen regelmäßig kontrollieren und als Erwachsener Vorbildfunktion übernehmen

Wechselwirkungen von Diabetes und Zahnerkrankungen

Auch Diabetiker müssen besonders auf eine gute Zahnhygiene achten.

Menschen mit Diabetes sind oft besonders anfällig. Einige kennen die Gefahr durch Diabetes für ihre Zahngesundheit nicht, andere ignorieren sie. Dabei hat die chronische Krankheit ihr Leben lang Einfluss auf ihren Körper. Daher ist die Aufklärung über die richtige Zahngesundheit so wichtig.

DiabetesWarum sind grade Diabetiker so anfällig für Parodontitis und bakterielle Infektionen?

Die Wechselwirkung von Insulinmangel, Mikroangiopathien und Parodontitis bilden einen Teufelskreis und die Schäden sind oft größer, als bei einzelnen Erkrankungen.

Wenn etwa der Insulinmangel zu erhöhten Zuckerwerten führt, werden dadurch kleine Gefäße (Kapillaren) durch Ablagerungen verstopft. Diese sogenannten Mikroangiopathien verschlechtern wiederum die Durchblutung des gesamten Gewebes im Körper – also auch der Mundhöhle.

Die erhöhten Blutzuckerwerte können außerdem einen schwächeren Speichelfluss zur Folge haben. Das ist schlecht, da Speichel aggressive Stoffe wie Säuren verdünnt, die sich im Mundraum befinden. Je mehr Speichel, desto weniger konzentriert sind die Säuren. In einem trockenen Mund kann außerdem der Zahnschmelz schneller angegriffen werden und Karies entstehen. Zusätzlich leiden Diabetiker oft unter einer gestörten Wundheilung – ein wichtiger Hinweis für den Zahnarzt vor einem zahnchirurgischen Eingriff!

Darüber hinaus bedeutet das: Zahnerkrankungen haben bei Menschen mit Diabetes oft viel stärkere Auswirkungen. Die bereits beschriebenen Mikroangiopathien schwächen die Abwehrmechanismen des betroffenen Gewebes. Bakterien vermehren sich somit viel leichter in der Mundhöhle und fördern die Entstehung von Erkrankungen wie Parodontitis.

Risiken je nach Diabetestyp unterschiedlich

Man unterscheidet zwischen zwei Typen von Diabetes, die unterschiedliche Auswirkungen auf die Zahngesundheit haben: Menschen mit Diabetes Typ-2-Diabetes haben ein 4,8-fach höheres Risiko an einer Parodontitis, also einer Entzündung des Zahnbettes, zu erkranken. Das hängt mit dem körpereigenen Insulin zusammen: Entweder produziert die Bauchspeicheldrüse nur noch unregelmäßig Insulin oder das Gewebe reagiert einfach nicht mehr auf das eigenproduzierte Insulin. Diese Form tritt oft bei älteren Menschen auf – daher auch der umgangssprachliche Name „Alterszucker“. Ältere Diabetiker sind besonders gefährdet, da die Schwere der Parodontitis mit der Dauer der Erkrankung zunimmt.

ZuckerBei Typ-1-Diabetes liegt die Ursache in einer zerstörten körpereigenen Insulinproduktion. Darum ist für sie die korrekte Einstellung einer externen Zufuhr von Insulin entscheidend. Ist die Insulinzugabe nicht korrekt, leiden die Betroffenen fast automatisch an einer Parodontitis. Diese Entzündung baut langsam, aber stetig den Kieferknochen ab. Solche Schäden für die Zahngesundheit gilt es unbedingt zu vermeiden.

Beide Diabetestypen haben eine erhöhte Gefährdung für Parodontitis, die genauen Gründe dafür sind jedoch noch nicht bekannt.

Die Zusammenhänge zwischen Diabetes und Parodontitis werden grade intensiv erforscht. Es ist erwiesen, dass die Parodontitis zumindest indirekt den Blutzuckerspiegel bei Typ-2-Diabetes beeinflusst. Die genauen Gründe dafür sind bislang nicht bekannt. Forscher vermuten, dass die Bakterien, die Parodontitis auslösen, hier eine bedeutende Rolle spielen.

In jedem Fall beeinflusst Diabetes die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch. Da es sich hierbei um eine chronische Erkrankung handelt, gilt die erhöhte Aufmerksamkeit der Diabetiker für ihre Zahngesundheit ein Leben lang.

Mundhygiene lohnt sich

Drei goldene Grundregeln der perfekten Zahnpflege:

  • die Zähne regelmäßig und gründlich reinigen,
  • zwischendurch auch einmal zuckerfreie Kaugummis kauen, die den Speichelfluss anregen,
  • regelmäßig zur Kontrolle beim Zahnarzt gehen und auch kleinere Entzündungen abklären lassen.

ZahnbürsteMit einfachen Mitteln und Tricks zugunsten der Zahngesundheit kann schon einiges bewegt werden. Für Diabetiker steht dabei die richtige Medikation und Behandlung dieser Erkrankung an erster Stelle. Normale Blutzuckerwerte können entscheidend dazu beitragen, Zahnerkrankungen zu vermeiden und negative Folgen zu verhindern.

Die folgenden Tipps und Ratschläge sind nicht nur für Diabetiker geeignet, sondern für alle, die unter anfälligen Zähnen leiden oder besonders auf ihre Mundhygiene achten wollen. Schon eine kleine Erinnerung oder ein Tipp kann helfen, die Zahngesundheit deiner Kunden zu erhalten.

  1. Mindestens zweimal täglich die Zähne putzen
  2. Regelmäßig die Zahnbürste bzw. den Bürstenkopf wechseln (ca. alle zwei Monate – dann haben sich Bakterien zwischen den Borsten angesiedelt.)
  3. Vorbeugend die Zähne härten mit Hilfe von fluoridhaltiger Zahnpasta
  4. Jeden Tag die Zahnzwischenräume säubern mit Zahnseide oder speziellen Zwischenraumbürsten. Für die Zungenreinigung gibt es spezielle Bürsten.
  5. Zusätzlich zuckerfreie Zahnpflegekaugummi kauen (möglichst nach jeder Zwischenmahlzeit – so werden schädliche Säuren reduziert)
  6. Zweimal pro Jahr zum Zahnarzt – egal, ob Beschwerden vorliegen oder nicht
  7. Umgehend zum Zahnarzt, sobald eine Zahnfleischentzündung vermutet wird

Am Tag der Zahngesundheit ist es eigentlich egal, ob es um Kinder oder Erwachsene, Diabetiker oder gesunde Menschen geht. Was zählt, sind die gemeinsamen Bemühungen für eine bessere Mundhygiene.

Seid ihr oder eure Apotheke auch dabei und macht auf das Thema Zahngesundheit aufmerksam? Dann schickt uns einen Kommentar, wir freuen uns über eure Tipps!

Ihr wollt noch mehr zum Thema erfahren und einen Fortbildungspunkt der Bundesapothekerkammer sammeln? Die Zeitschrift „Das PTA Magazin“ hat sich der Thematik in ihrer Septemberausgabe angekommen.

1 Kommentar zu “Tag der Patientensicherheit: mit ORIFARM keine Angst vor Importarzneimitteln!

  1. Drei goldene Grundregeln der perfekten Zahnpflege finde ich ganz hilfreich. Ich halte mich an sie seit vielen Jahren schon. So sind meine Zähne immer im guten Zustand.

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