Sattelfest bei der Abgabe von Importarzneimitteln

Wirtschaftlich arbeiten mit der Importquote

Importquote, Aut-idem-Ausschluss, Wirtschaftlichkeitsreserve – diese Begriffe sind euch wahrscheinlich geläufig. Doch welche Auswirkungen haben sie auf eure Beratung in der Apotheke? Das Ziel von Importquote und Substitutionsregeln ist es, Kosten zu senken und das Gesundheitssystem zu entlasten. Denn Arzneimittel sind in Deutschland deutlich teurer als in vielen anderen europäischen Ländern.

Apotheken können einen guten Teil zur Kostensenkung beitragen, indem sie z.B. günstige Importarzneimittel abgeben. Dabei unterliegen Anbieter von Importarzneimitteln wie die Orifarm GmbH den gleichen strengen Qualitäts- und Sicherheitsbestimmungen wie Originalhersteller. Mit Importen wird aber nicht nur die geforderte Quote erfüllt. Eure Apotheke kann mit ihnen wirtschaftliche Vorteile erzielen. Wie das funktioniert, zeigen wir euch an konkreten Beispielen.

Was kann, was muss? Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung

ArzneimittelpreisverordnungDer §4 im Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung legt fest, an welchen Stellen eure Apotheke mit der Abgabe von preisgünstigen Arzneimitteln Geld sparen muss. Verordnet der Vertragsarzt ein Arzneimittel unter seiner Wirkstoffbezeichnung oder schließt er die Substitution durch ein wirkstoffgleiches Medikament nicht aus, gilt für die Apotheke folgende Faustformel: Rabattarzneimittel sind allen anderen Arzneimitteln vorzuziehen. Bei Verstoß kann die Krankenkasse unter Umständen die Erstattung komplett verweigern (sog. Null-Retax).

Soweit kein Rabattvertrag besteht, sind Apotheken häufig verunsichert, welches Arzneimittel abzugeben ist. Aus Angst vor Retaxierungen geben sie meist eines der drei preisgünstigsten ab. Bedenkt aber: Dieses Vorgehen ist oft nicht notwendig und kann für eure Apotheke unwirtschaftlich sein. Ein Importarzneimittel kann die bessere Alternative sein: Sowohl für die Importquote als auch für die Wirtschaftlichkeit.

Quotenkonform und wirtschaftlich? Das geht!

Verordnung vom Arzt

Spielen wir einige Kundenfälle aus eurem Apotheken-Alltag durch. Der Vertragsarzt hat beispielsweise Herrn Müller einen Wirkstoff verordnet, ohne namentlich ein Arzneimittel zu nennen. In diesem Fall könnt ihr eines der drei preisgünstigsten Arzneimittel abgeben. Ihr dürft aber auch einen 15/15-Import wählen. Alle Importarzneimittel, die die 15/15-Regel erfüllen, gelten dabei als gleichwertig.

Das heißt: Auch mit dem teuersten 15/15-Import zahlt ihr auf die Quote ein. Und eure Apotheke erhält die höchst mögliche Erstattung.

Entscheidend: Das Rezept des Vertragsarztes

Frau Meier und Frau Schmidt dagegen bekommen jeweils ein spezifisches Antibiotikum namentlich verordnet.

Aut-idem-Kreuz auf Rezept

Der entscheidende Unterschied: Bei Frau Meier hat der Arzt aus therapeutischen Gründen das Aut Idem-Kreuz auf dem Rezept gesetzt, bei Frau Schmidt nicht. Das bedeutet: Bei Frau Schmidt dürft ihr das verordnete Medikament durch Generika ersetzen, bei Frau Meier dagegen nicht. Allerdings dürft ihr in beiden Fällen immer ein Importarzneimittel abgeben – egal, ob es die 15/15-Regel erfüllt oder nicht.

Hierbei lohnt ein Blick in euer Warenwirtschaftssystem. Importquote bereits erfüllt? Dann erzielt ihr mit dem Original oder dem entsprechenden Import, der die 15/15-Regel nicht erfüllt, die höchste Erstattung. Ist die Quote noch nicht erreicht, sollte die Wahl auf ein Importarzneimittel fallen, welches die 15/15-Regel erfüllt. (Mehr Infos zum Thema Importquote und 15/15-Regel erfahrt ihr in unserem Erklärvideo.)

Zuerst prüfen: Greift der Preisanker?

Grundsätzlich gilt: Prüft bitte immer, ob das namentlich verordnete Arzneimittel bereits zu den drei preisgünstigsten zählt. In diesem Fall greift der Preisanker: Das ersetzende Arzneimittel darf nicht teurer sein als das namentlich verordnete Medikament.

Immer am Ball bleiben bei Importarzneimitteln

Importarzneimittel dienen also nicht nur der Erfüllung der Importquote, sondern können eurer Apotheke auch wirtschaftliche Vorteile bringen. Ihr habt noch Fragen zu Importarzneimitteln? In unserer zertifizierten Schulung „Importe auf den Punkt“ könnt ihr diese erfahrenen Apothekerinnen stellen und bis zu vier Fortbildungspunkte sammeln. Die Schulungen sind für euch kostenfrei. Alle Termine findet ihr hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.